Sehen wir Ideen?  -  Die Wahrheit erkennt jeder selbst- Ideen ruhen nicht

Die Idee und das Authentisch-sein  -  Die Idee und das schöpferische Tätigsein

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Potente Ideen

Sehen wir Ideen ?

Was wir als Baum erkennen, seine Formen, Farben und Eigenschaften ist ein möglicher Ausdruck dieser Idee. Ein Ausdruck ist niemals allgemein gültig. Dieser Baum ist gerade und jener krumm, dieser trägt nahrhafte Früchte und jener giftige. Jeder Baum ist einzigartig, denn jeder hat seinen Platz innerhalb von Raum und  Zeit.

Solange ein Baum echt und unsere Sprache noch einigermaßen intakt ist, kommen wir  mit der Wahrnehmung zugleich in Kontakt mit der Idee des Baumes. Wir sehen den Ausdruck der Idee, aber die Idee selbst sehen wir nicht. Sie kann aber wie ein "Klang" den Ausdruck durchziehen und beleben. Bei wertvollen Kunstwerken, wie den Werken von Mozart ist dies der Fall. Blickte Joseph Freiherr von Eichendorf vielleicht zu ihr hin als er das Gedicht Die Wünschelrute schrieb?

Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das rechte Zauberwort.

Vor noch gar nicht so langer Zeit hatten die Dichter noch instinktiv einen Bezug zur potenten Idee.

Die Wahrheit erkennt jeder selbst

Eine Idee kann nur innerlich erkannt werden. So werden sie nicht in der materiellen, sondern in der geistigen Welt erkannt. So kann die Wahrheit niemandem von Außen durch einen "Nürnberger Trichter" eingeflößt werden.  Und so kann eine Einsicht nicht durch Zwang entstehen, sondern erschließt sich jedem selbst. Für den Lehrenden bedeutet dies, in gewisser Weise bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben. Er kann nur warten bis der Schüler selbst zur Einsicht kommt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Förderung nicht möglich oder sogar sinnlos ist.

Die Wahrheit erkennt jeder selbst

Die Wahrheit erkennt jeder selbst

Ideen ruhen nicht.

Ideen sind nicht etwas, das einfach so in einer fernen unbekannten Ideenwelt ruht. Mit der potenten Idee ist immer ein Impuls verbunden. Sie trägt in sich selbst einen Impuls, der in eine Richtung gerichtet ist: hin zu einem passenden Ausdruck. Der Bezug zu ihr bleibt nicht ohne Folgen.

Dies ist keine intellektuelle Idee, das ist etwas anderes.

Die Idee und das Authentisch-Sein

Platon hat den Begriff der Idee vor mehr als 2000 Jahren geprägt, indem er etwas dargestellt hat, was er aus eigener Erfahrung kannte und mit dem Wort Idee bezeichnete. Diese Idee ist das Urbild, das jeder Erscheinung, das allem was wir wahrnehmen zu Grunde liegt. Die Idee des Baumes ist der Baum-Selbst. Dieser sichtbare Baum ist eine einzigartige Darstellung der Idee Baum. Hier wird sie ausgedrückt. Dieser Baum ist authentisch, denn die Darstellung ist eindeutig: Jedes Blättchen, der Stamm, die Wurzeln, jede Bewegung ist Ausdruck von ihm selbst, der Idee Baum.

Wer authentisch ist, hat die Fähigkeit sein Urbild, die die Idee der Menschlichkeit ist, eindeutig und klar auszudrücken. Dies geschieht denkend, fühlend und handelnd. Die Idee des Menschen bringt der authentische Mensch in individueller Weise zum Ausdruck. Wir sind alle mehr oder weniger authentisch. Irrtümer sind hier gar nicht selten. Da meint jemand  zum Beispiel, er sei er selbst, aber er ist leider gerade ein Spiegel der Meinungen und Impulse der Menschen, zu denen er eine nahe Beziehung hat. Der Irrtum ist in diesem Bereich sehr verbreitet, da die potente Idee weitgehend unbekannt ist.

Derjenige, der manipulieren will ist gut beraten, wenn er das Verständnis für die Idee abschafft. Allerdings ist der Mensch-Selbst nicht manipulierbar, nur den Ausdruck und das Bewusstsein können andere kontrollieren. Solange wir jedoch einen Bezug zu den Ideen haben, können wir Lügen und Manipulationen erkennen, sie abwehren und uns in die Richtung von Authentizität entwickeln.

Wer, sich aus eigenem Wunsch heraus bemüht, eine potente Idee in seinem Leben auszudrücken, der handelt im ihrem Sinne d.h. er fügt der nichts Fremdes der Idee und entspricht ihrem Impuls, sich im Leben auszudrücken. Genau dies geschieht in den Projekten hier. Die zukünftigen Teilnehmer  interessiert das Projekt, da sie selbst eine Sehnsucht nach einer intakten Natur oder/und nach Menschlichkeit, haben. Eine harmonische Beziehung zur Natur und zum Menschen ist notwendig, damit die Entwicklung diese Richtung nehmen kann. Dem Wunsch der Teilnehmer kommt quasi die passende Idee entgegen. Das Kennenlernen der Idee und sie auszudrücken, diese beiden Prozesse gehen Hand in Hand. Der eine kann nicht ausreichend erlernt werden, ohne auch den anderen zu erlernen.

Gelingt die Arbeit, dann wird der Idee nichts Fremdes hinzugefügt, aber auch der Teilnehmer fügt sich selbst nichts Fremdes hinzu. Die neue Idee ist ungewohnt, aber sie ermöglicht ihm in die Richtung zu gehen, in die er möchte. Ist sie nicht der Teil von ihm selbst, der Teil der Idee des Menschseins, zu dem er bisher noch keinen Bezug hatte?

Was diese Idee vermag, ihre Kraft und Macht zeigt sich u.a darin, dass sie vor Manipulation beschützt und die Entfaltung der Potentiale fördert.

Die Idee und das schöpferische Tätigsein

Wie kann das schöpferische Tätigsein, das tätige Sein, das Neues erschafft, beschrieben werden? Nur im schöpferischen Tätigsein wird Neues geschaffen. Nicht selten wird diese Arbeit mit einer Regression verwechselt in der längst vergangene Einsichten, die in eine andere Zeit gehören, wieder erinnert werden. Dies ist eine Wiederbelebung von Vergangenem, das ist Altes und nicht etwas Neues. Wer etwas Neues erschaffen will benötigt einen Wunsch, der geeignet ist, sowohl ihn als auch seine Umwelt zu fördern. Weiterhin benötigt er die dazu passende potente Idee und die Bereitschaft keine Mühe zu scheuen, verwandelnd gestaltend, immer weiter, noch klarer und eindeutiger, die gewählte Idee in seinem Leben auszudrücken. So kann schöpferisches Arbeiten beschrieben werden. Dies ist nicht nur mühevoll, sondern bereitet auch viel Freude. Ich kenne nichts Schöneres.

Innerhalb dieser Arbeit entwickeln wir uns und das Ich wird langsam in neuer Weise erfahren.

Was geschieht, wenn dem Begriff das Element < Idee> fehlt?

Fehlt die Idee, dann kann z.B. das Wasser nicht erkannt, nicht begriffen werden. Die Idee ist das Etwas, das uns die Erfahrung erhellt und sie begreifen lässt. Fehlt die Idee, dann ist eine Erfahrung sicherlich mehr oder weniger angenehm, das Ich kann dann jedoch keinen Bezug zu ihr aufbauen. Aber nicht nur der Bezug zu uns selbst geht dann verloren, sondern auch der andere verliert dann ein Stück weit sich selbst. Der Verlust des Bezuges zum Wesentlichen betrifft beide, denjenigen der z.B. das Wasser erlebt und auch das Wasser selbst. So hat die Idee im Inneren, im Bewusstsein eine ähnliche Wirkung wie das Licht im Äußeren. Die potente Idee bringt uns in Kontakt mit dem Leben und uns selbst, während wir in den persönlichen Gedanken in der Welt verbleiben, die wir selbst geschaffen haben. Wenn der Bezug zur Idee verloren geht, dann wird z.B. der Körper des Menschen wahrgenommen, aber der Mensch selbst wird nicht gesehen. Geschieht dies heute nicht häufig?

Eine Idee kann niemals in egoistischer Weise benutzt werden, denn sie steht allen zur Verfügung.