4. 1. In der Natur  -  4. 2. Ihre Bedeutung für den Menschen  -  4. 3. Eine Wendung

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4. Wintersonnenwende

4. 1. in der Natur

Die verschiedenen Jahreszeiten sind das Ergebnis unterschiedlicher Wirkungen, die von der Sonne und ihren verschiedenen Planeten wie Mars und Venus, Jupiter und Merkur sowie Saturn und Mond, ausgehen.

In der Natur wird der Neuanfang, der mit dem Neujahr beginnt, bereits im Herbst angelegt. Schon im September sind die Knospen zu sehen, die sich dann im Frühling des nächsten Jahres entfalten werden. Jetzt werden die Früchte reif und die ersten Samen fallen auf die Erde.  Die Sonne nimmt immer weiter ab und die Kälte zu. Das Wachstum nimmt mit den kürzer werdenden Tagen ab, bis es schließlich ganz aufhört und der Winter begonnen hat. Die Tiere haben sich zurückgezogen. -  Bis zum 21. Dezember werden nun die Tage immer kürzer, bis endlich die dunkle, kalte Phase des Jahres ihren Höhepunkt erreicht hat.

Die Natur kann uns immer wieder erstaunen.

4. 2. ihre Bedeutung für den Menschen

Stellen wir nun folgende Frage: Welche Bedeutung hat die Zeit zwischen dem 21.12 und dem folgenden Neujahr für die Entwicklung des Menschen? Äußerlich geschieht jetzt nicht viel. Diese Zeit ist wie die Pause, vor eine neu einsetzende Bewegung oder wie die Pause zwischen Einatmung und Ausatmung. Häufig ermöglicht eine Pause im Äußeren eine gute Aktivität im Inneren. Diese Zeit ist tatsächlich gut für eine Reflektion geeignet, welche nicht selten zu neuen Einsichten führt und für weitere Entscheidungen wertvoll ist. Wer der neu einsetzenden Bewegung, die deutlich nach dem 6.1. einsetzt, eine Richtung geben will, der kann dies durch eine solche innere Aktivität tun. Im Allgemeinen bedeutet dies, dass eine leidvolle, dunkle Lebensphase Pausen benötigt, die sinnvoller Weise zur Reflektion genutzt und zur soliden Basis für anstehende Entscheidungen werden. Solche Entscheidungen werden benötigt, da niemand ohne eine bewusste Entscheidung eine neue Richtung dauerhaft einhalten kann. Dafür sind die zu bewältigenden Hindernisse zu groß. Dennoch kann mit der neu einsetzenden sprießenden Lebenskraft des neuen Jahres hoffnungsvoll an die Umsetzung der zuvor ausgearbeiteten Plänen gegangen werden. Dies gilt allerdings nur, wenn diese Pläne auch für die Gemeinschaft, also über das persönliche Umfeld hinaus, förderlich wirken.

So könnte eine Aktivität, die sich in Harmonie mit dem Leben befindet, aussehen.

4. 3.  eine Wendung

Betrachten wir, welche Prozesse bei der Wendung des alten Impulses «das Leben zu zerstören» in den neuen «einen harmonischen Bezug zum Leben zu gestalten» entstehen. Der Anlass für diese Wendung ist eine Sättigung, der Mensch möchte nicht mehr zerstören, er möchte kein Leid mehr erschaffen. Damit hat sich die Motivation geändert. Die Kultur  die der alte Impuls geschaffen hat, besteht aber noch. Hierzu zählen in besonderer Weise die Schulen und die Universitäten. Damit eine nachhaltige Veränderung möglich wird, ist es notwendig die gegenwärtige Situation immer wieder zu reflektieren. Folgend werden kurz die Ergebnisse einer solchen wiederholten Reflektion aufgeführt.  Zu beobachten sind:

  1. Ein Abbau des wachen Bewusstseins. Es ist schwerer geworden wach zu bleiben und nicht im Halbschlaf oder wie unter Hypnose in dem Alten weiter zu schwimmen.
  2. Der Bezug zur Tiefe des Lebens ist verloren gegangen. Dies zeigt sich darin, dass die Wahrnehmung z.B. der Bäume, Blumen und Vögel ihren Zauber verloren haben. Wie oft werden sie nur noch registriert und so wird alles wird zur stumpfen Routine.
  3. Das Interesse an der Außenwelt nimmt ab.
  4. Die Sprache erweist sich als immer ungeeigneter für die Kommunikation. Missverständnisse haben zugenommen.

Diese Beobachtungen führen zu Fragen wie:  Wie entsteht Bewusstsein? – Wodurch entsteht der Bezug zum Leben? - Wann interessieren wir uns für die Umgebung? – Wie ist die Sprache aufgebaut?  Mit der zentrierten Beobachtung und dem Aufbau einer fragenden Haltung wird der Mensch aus seiner ihm eigenen Mitte heraus aktiv, das Ich beginnt aktiv zu werden. Die Wendung von dem alten zu dem neuen Impuls benötigt diese Aktivierung des Ich. Ohne sie ist keine nachhaltige Verwandlung der Umgebung und von sich selbst möglich.

In jedem wird das Neue zu wachsen beginnen.