3. 1. Am Anfang steht eine Hypothese  -  3. 2. Ein Blick auf die Vergangenheit und weiter Richtung Gegenwart
3. 3. der Mensch entdeckt sich selbst  -  3. 4. Neue Fähigkeiten entstehen und was damit gemacht wird  -  3. 5. Eine Reflektion

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3. Unser Standort

3. 1. Am Anfang steht eine Hypothese

Wo befinden wir uns innerhalb des "Entwicklungsjahres" der Menschheit?

Eine Vorstellung davon aufzubauen, wo sich die Menschheit  innerhalb eines angenommenen Entwicklungsjahres befindet, hilft dabei sich besser innerhalb der verschiedenen Situationen orientieren zu können. Dabei wird von der Hypothese ausgegangen, dass dem gegenwärtigen Entwicklungsstand der Menschheit ein Platz innerhalb eines Jahreslaufes zugeordnet werden kann. Beginnen wir mit einem Blick auf die Menschheitsgeschichte. Hierfür lösen wir uns etwas aus der Verhaftung der  gegenwärtigen Situation und blicken zurück auf die Vergangenheit der Menschen

Die Erforschung des Rhythmus benötigt eine Erweiterung der Erkenntnismöglichkeiten der bisherigen Wissenschaft.

Ein Blick auf die Vergangenheit und weiter in Richtung Gegenwart

Wir sehen wie immer wieder neue Kulturen kommen und vergehen, wir sehen die vielen Menschen, die in eine Kultur hinein geboren und von ihr geprägt werden und dann sterben. Sie alle sind bestrebt die Natur und die Mitmenschen in Besitz zunehmen, auf die eine oder andere Weise in Schach zu halten, auszubeuten, zu versklaven und manchmal zu versorgen. So zeigt sich die Herkunft der Menschen aus dem Tierreich. Letztendlich verhalten sich Tiere nicht anders, nur sind sie durch die Instinkte besser in das Leben integriert. Die Umgebung wird von den Menschen wie ein wildes gefährliches Raubtier betrachtet, das jederzeit angreifen kann. Und die Götter haben als "Oberraubtier" die Aufgabe das Wetter und das Schicksal günstig zu stimmen und ihnen das Kriegsglück zu geben. Diesen Instinkten verdankte der Mensch viel, ließen sie ihn doch träumend die überwältigenden Geheimnisse des Lebens, des Miteinanders und der Natur erfahren. Selbst die Fähigkeit zu Glauben hat ihre Grundlage in einem Instinkt. Dennoch waren sie geringer ausgeprägt als beim Tier und ihre Auflösung ist immer weiter voran geschritten. Bis heute haben die Menschen immer weiter ihre Instinkte verloren, so verloren sie sowohl den Automatismus die Beziehungsverhältnisse in weiser Weise zu ordnen, als auch das Geistige, d.h.  das Wesentliche, die Wirklichkeitsgestalt, den Geist des Baumes zu spüren. Der Drang nach Kontrolle, Herrschaft und in Besitznahme reduziert das Leben auf die tote, beherrschbare Materie und gleichzeitig lösen sich die Instinkte, durch die die Menschen in das Leben integriert gewesen sind, immer weiter auf.

Der Mensch entdeckt sich selbst

Damit blieb dem Mensch zunehmend  die Erfahrung der toten Materie. Materie bietet dem Menschen im Unterschied zum Leben immer einen Widerstand, so können Gedanken und Pläne nicht ohne Arbeit und Mühe aufzuwenden, umgesetzt werden.  Innerhalb dieser Arbeit z.B. eines Schusters, Müllers oder Bauern beginnt sich der Mensch nach und nach als der Schaffende, Gestaltende, sich als das Zentrum zu erleben. Die automatische Einbindung in das Leben hatte zuvor diese Erfahrung verhindert. Zuvor war das Leben der Gestalter und der Mensch konnte eingebundenen in diese mystische Größe und Macht kein eigenes Sein entwickeln. Mit der abnehmenden automatischen Integration in das Leben, dem weiterhin bestehenden Impuls, sich die Umgebung einzuverleiben, zu beherrschen und zu versklaven und der Mühe und Arbeit die aufgewendet werden musste um z.B. Stoffe, Schuhe und Werkzeug herzustellen, innerhalb dieses Prozesses lernten sich die Menschen in Europa ca. ab 1400 n. Chr. als das denkende und handelnde Zentrum, entdecken. Der Mensch entwickelte ein Bewusstsein über sein Alter, die Zeit, er entdeckte den Raum, die Perspektive und die eigene Persönlichkeit. Dies förderte die Entwicklung der Intelligenz und so ist er seitdem immer klüger geworden.

Die Entdeckung von sich selbst ist von großer Bedeutung.

Neue Fähigkeiten entstehen und was damit gemacht wird

Seit der Entwicklung eines Selbstbewusstseins, der Icherfahrung hat jeder die Möglichkeit die Beziehung zur Umgebung selbst zu gestalten und nicht von dem tierischen Selbsterhaltungstrieb gestalten zu lassen. Er könnte einen harmonischen Bezug zur Natur und zu den Mitmenschen erschaffen. Dieses Potential hat jeder. Dies ist allerdings nicht geschehen. Die neuen Fähigkeiten wurden in den Dienst des Selbsterhaltungstriebes gestellt, sie wurden genutzt, um ein noch besseres Raubtier, nun ausgestattet mit Bomben, Giftgasen und raffinierten Methoden der Manipulation und Irreführung zu werden. Der Umgebung ist der Mensch entfremdet. Sie ist nun aus seiner Sicht vor allem dazu da, um gründlich geplündert und versklavt zu werden oder um als Platz für seine Kriegsspiele, die ihn unterhalten, her zu halten.

Eine Veränderung entsteht erst, wenn sich die Motivation nachhaltig ändert.

Eine Reflektion

Viele Leser werden vermutlich diesen Impuls <sich gegen das Leben zu stellen> als negativ oder sogar als böse beurteilen. Ja, er ist ohne die ausgleichend wirkenden Instinkte schrecklich und auf seinem Höhepunkt ist er pervers und krank. Dennoch hat diese Richtung durchaus den Wünschen der Menschen entsprochen, denn sie wollten ungebunden werden und sich selbst erleben. Allerdings ist hier durch die Zerstörung, viel Leid entstanden, aber damit hat ein neuer Impuls zu wachsen begonnen, der Wunsch nach einer harmonischen Beziehung zur Umgebung und damit zum Leben.

Vielleicht kennzeichnet der Impuls «sich gegen das Leben zu stellen» und es zu zerstören einfach die kalte, dunkle Phase des Jahres, den

Winter im Entwicklungsjahr der Menschheit, ohne den weder ein Frühling, ein Sommer noch ein  Herbst existieren könnte.